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wie alles begann....

An einem Sonntagnachmittag im Mai 1919 fanden sich im Saal des Gasthauses Thielmann junge Sportler zusammen und gründeten den Sport-Club Birlenbach.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Karl Rubel gewählt. Weiter Vorstandsmitglieder waren Wilhelm Heck, Wilhelm und Fritz Müller, August, Heinrich und Wilhelm Hörle, Wilhelm Löber und Wilhelm Kramb.

Der Verein widmete sich dem Fußball und der Leichtathletik. Schwarz und Weiß sind die Vereinsfarben. Zum Vereinslokal wurde das Gasthaus Thielmann erkoren. Fußball spielte man auf einer Wiese an Hambachs Steinbruch oder in den Fachinger Auen.BILD402

Anlass für die Gründung eines Fußballvereins in Birlenbach war die Rückkehr des Sportkameraden Kurt Schubert aus englischer Kriegsgefangenschaft. Er brachte einen Lederball mit und erklärte interessierten Bürgern die Regel des Spiels. So ist es nicht verwunderlich, dass man damals nicht von Torwart, Verteidiger, Läufer und Stürmer gesprochen hat, sondern man verwendete die englischen Begriffe Keeper, Right-, Left- und Halfback sowie Runner.

Die Gründung des Vereins war damals mit großen Schwierigkeiten verbunden. Es galt nicht nur die Schrecken des 1. Weltkrieges zu überwinden, man musste sich mit dem bereits 1882 gegründeten Turnverein auseinandersetzen. Fußball war in der Bevölkerung verpönt; es war ein Spiel für Außenseiter.

Beide Vereine arbeiteten nicht mit- sonder gegeneinander, ein Umstand, der sich erst Jahrzehnte später änderte.

Trotz aller Probleme ist es den Männern der ersten Stunde alsbald gelungen, das Vereinsleben aktiv zu gestalten. Man spielte Fußball, nahm an Leichtathletikwettbewerben teil und widmete sich in den Wintermonaten dem Theaterspielen.

Der Fußball entwickelte sich nur langsam; an einem regelmäßigen Spielbetrieb war angesichts der politischen und wirtschaftlichen Situation nicht zu denken. Man verabredete Freundschafts- und Pokalspiele und spielte überwiegend gegen Vereine aus dem Raum Limburg. Zu den Auswärtsspielen ging man zu Fuß, man traf sich am Vereinslokal und legte den Weg zum Spielort gemeinsam zurück.

Lediglich weitere Strecken, wie nach Montabaur und Wirges, fuhr man mit einem LKW.

Größere Erfolge erzielte man zunächst in der Leichtathletik. Dies belegen zahlreiche Ehrenurkunden und Pokale:

  • · Am 27. Juli 1919 wurden die Sportkameraden Häusing und Figenser Sieger im Paarlaufen bei den Oranienspielen in Diez.
  • · Am 05. September 1920 belegte man beim Sportfest in Cramberg den 1. Platz im 1500 m Stafettenlauf.
  • · Am 24. Januar 1924 wurde man Sieger in der 5 x 100 m Staffel bei den Unterlahnkreismeisterschaften in Altendiez
  • · Den größten Erfolg erzielte man jedoch bei den Dr.-Heimann-Spielen in Diez, wo man in den Jahren 1921/22/24 und 25 gegen größte Konkurrenz aus Gießen, Wetzlar, Koblenz und Mainz die Schwedenstaffel gewinnen konnte und mit dem Ehrenwanderpreis des Unterlahnkreises ausgezeichnet wurde.
  • Im Jahre 1920 wurde der Wunsch nach einem eigenen Sportplatz immer stärker. Das Geld für den Sportplatz konnte jedoch weder der Verein noch die Gemeinde aufbringen. Deshalb wurde Heinrich Hörle, damals 26 Jahre alt, beauftragt, bei der Landesregierung in Wiesbaden wegen eines Zuschusses vorstellig zu werden. Die Regierung unterstütze zu dieser Zeit mit den sog. Stressmann-Geldern den Wiederaufbau in Städten und Gemeinden.

Dieser Zuschuss wurde erteilt und so stand dem Sportplatzbau nichts mehr im Wege.

Im Jahre 1921 machte man sich an die Arbeit.BILD2

Zunächst sollte der Platz in dem Dreieck Schönborner/Balduinsteiner Straße hinter dem Wasserreservoir gebaut werden. Dieser Plan wurde verworfen und man entscheid sich für die Stelle, an der der Platz heute noch liegt.

Nach der Planung sollte der Platz parallel zur Straße gelegt werden. Man ist dann dem Vorschlag des Nivelliermeisters Müller aus Diez gefolgt und hat dem Platz die Richtung gegeben, wie wir sie heute noch vorfinden.

Was die Vereinsmitglieder damals vollbracht haben, verdient allerhöchste Achtung. Es handelt sich um ein abschüssiges Gelände mit hohem Buchenwald. Der Wald wurde gerodet, die Wurzeln aus der Erde gesprengt und das Gelände eingeebnet. Aus Krupps-Steinbruch in Fachingen hatte man sich Gleise und Loren besorgt, um die Erdmassen abfahren zu können. Gearbeitet wurde hauptsächlich nachts im Schein von Karbidlampen und sonntags. Nach 3-jähriger Bauzeit wurde der Sportplatz 1924, zum 5-jährigen Vereinsjubiläum mit einem großen Fest seiner Bestimmung übergeben.

Durch die Fertigstellung des Sportplatzes war endlich ein regelmäßiger Trainings- und Spielbetrieb möglich und so dauerte es nicht lange, bis sich die ersten Erfolge einstellten. In den Jahren 1929 bis 1931 feierte die 1. Mannschaft ihre größten Erfolge; man spielte ständig in der Spitzengruppe der Gauklasse und war ein gefürchteter aber auch anerkannter Gegner. Auch der Jugendspielbetrieb befand sich im Aufbau.

Das Aufblühen des Vereins wurde im Jahre 1933 mit der Machtübernahme Hitlers und durch die damit eintretenden politischen Veränderungen jäh gestoppt. Die sporttreibenden Vereine verloren ihre Eigenständigkeit, wurden aufgelöst und den nationalsozialistischen Verbänden eingegliedert. Sport wurde nur noch zur Wehrertüchtigung getrieben. Während des 2. Weltkrieges, aus dem viele Sportkameraden nicht mehr zurückkehrten, ruhte jeglicher Sportbetrieb.

Bereits am 18. Februar 1946 beantragten Anton Birlenbach, Walter Pangerl und Hans Thielmann bei der französischen Militärregierung die Genehmigung zur Neugründung des SC Birlenbach. Bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Thielmann erschienen 43 Personen, die auch alle in den Verein eintraten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Anton Birlenbach gewählt, der dieses Amt 2 Jahre begleitete.

Eine unter den Versammlungsteilnehmern durchgeführte Sammlung ergab einen anfänglichen Kassenbestand von 166 DM. Nach der Satzung verschrieb sich der Verein dem Fußball, Handball, Korbball, Faustball und der Leichtathletik. Tatsächlich wurden außer Fußball keine anderen Sportarten wettkampfmäßig betrieben. 1983 kam die Wanderabteilung hinzu, die lange Zeit aktiv war, jedoch 10 Jahre später wegen mangelndem Interesse wieder aufgelöst wurde.

In den Jahren 1948 und 1949 wurde Josef Müller und im Jahr 1950 Willi Römer das Amt des Vorsitzenden übertragen.

Bild3Ihnen folgte am 01. September 1951 mit Wilhelm Fachinger ein Mann, der 25 Jahre die Geschicke des Vereins leitete. Er war seit der Wiedergründung im Vorstand und führte den Verein in der ihm eigenen ruhigen und sachlichen Art beharrlich und zielstrebig nach vorne. Seine Arbeit wurde von 1975-1977 von Dietrich Wedlich und in den Jahren 1977-1981 von Heinz Merz fortgesetzt.

Von 1981 – 1988 stand der Verein unter der Führung von Holger Römer, unter dessen Regie die Wanderabteilung gegründet und der Sportplatzneubau erfolgte.

1988 – 1995 wird der Sport-Club von Hans Maier, einem waschechten Münchner, der in Birlenbach heimisch geworden ist, geführt. Anschließend begleitete Dieter Hörle zwei Jahre (bis 1997) dieses Amt. Seit März 1997 ist Stephan Detrois Vorsitzender des SCB.

Alle Vorsitzenden haben sich stets mit vollem Einsatz für das Wohl des Vereins eingesetzt und sind an der kontinuierlichen Aufwärtsentwicklung beteiligt.

Ein Hauptaugenmerk der Vorstandsarbeit war darauf ausgerichtet, den Fußballern optimale Wettkampf- und Trainingsbedingungen zu schaffen. So wurde 1950 mit einem Kostenaufwand von 20,- DM auf dem Sportplatz ein Bretterhäuschen errichtet, das fortan als Umkleidekabine diente. Im gleichen Jahr wurde beantragt, den Platz hinter der Schule als Übungsgelände benutzen zu dürfen. Der Antrag wurde von der Gemeinde mit der Begründung abgelehnt, die dort vorhandenen Kleingärten müssten der Bevölkerung zum Anbau von Obst und Gemüse erhalten bleiben.

In den Jahren 1966/67 bauten die Mitglieder in Eigeninitiative ein massives Gebäude mit 2 Umkleidekabinen, 1 Geräteraum, 1 Schiriraum und 1 Duschraum. Vom Dorf verlegten sie eine Strom- und Wasserleitung zum Sportplatz. Die Materialkosten wurden vom Kreis mit 4.500,- DM, dem Sportbund mit 2.000,- DM und der Gemeinde mit 5.000,- DM bezuschusst.

Im gleichen Jahr schloß man mit der Gemeinde Schönborn einen Vertrag, der es ermöglichte, einmal in der Woche für 2 Stunden in der dortigen Turnhalle zu trainieren.

Nachdem 1969 die Mehrzweckhalle fertiggestellt wurde, war erstmals auch in den Wintermonaten ein geregelter Trainingsbetrieb für alle Mannschaften möglich. Durch das Erstellen einer Flutlichtanlage im Jahre 1980 konnte von nun an auch in den Abendstunden trainiert und gespielt werden.

Wiederum 2 Jahre später wurde dem bestehenden Gebäude ein Verkaufsraum angegliedert.

Eine einschneidende Veränderung erfuhr der Sportplatz in den Jahren 1986/87. Durch eine umfangreiche Sanierung wurde er mit einem Kostenaufwand von ca. 500.000,- DM den heutigen Anforderungen an eine moderne Anlage angepasst.

Das Spielfeld wurde vergrößert und mit einer Drainage und Berieselungsanlage versehen, die Flutlichtanlage erneuert, an das Gebäude ein Aufenthaltsraum angebaut und zur Aufbewahrung der Sportplatzpflegegeräte eine Fertiggarage aufgestellt.

Wasser- und Stromleitungen mussten neu verlegt werden und die gesamte Anlage wurde umzäunt.

Auf die Gesamtkosten wurden von verschiedenen Institutionen ein Zuschuss von ca. 250.00,- DM gewährt. Die Vereinsmitglieder steuerten in 3.000 Arbeitsstunden eine Eigenleistung von 60.000,- DM bei. Die neue Anlage wurde am 12. September 1987 mit einem „Tag der offenen Tür“ der Bevölkerung vorgestellt und am 11. Juni 1988 zu Beginn der neuen Spielrunde von der Gemeinde unter Mitwirkung der Ortsvereine und in Anwesenheit von zahlreichen Vertretern des Öffentlichen Lebens feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

Eine neuerliche Um- und Anbaumaßnahme unseres Sportplatzgebäudes wurde 1998/99 durchgeführt. Unter der ehrenamtlichen Leitung des Bauingenieurs Thomas Scheid wurde ein Teil des bestehenden Kabinentraktes abgerissen und erweitert. Des Weiteren wurde das gesamte Gebäude inklusive Dach renoviert und der Platz vor dem Gebäude, ca. 250 m², gepflastert. Die Erweiterung des Parkplatzes sowie Erstellung eines ca. 50 x 16 m großen Trainingsplatzes wurde ebenfalls realisiert. Die Bausumme betrug ca. 130.000,00 DM, sie setzte sich durch Zuschüsse vom Sportbund Rheinland, der Gemeinde Birlenbach und Eigenleistung des Vereins zusammen. Mehr als 2500 Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder und zeigten damit, dass heute wie einst in derLotto Elf Gemeinschaft einiges für unseren Verein und Sport bewegt werden kann.

Ein Ereignis, an das sich alle Birlenbacher und Fachinger gerne erinnern. Im Juli 2003 erspielten wir anlässlich eines Benefizspieles 5750 € für ein an Leukämie erkranktes Kind aus Diez. Gegner war die Traditonsmannschaft der Lotto-Elf mit vielen Stars

 

 

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